Faszienbehandlung

Faszien spielen für die reibungslose Funktion jedes Organs eine entscheidende Rolle. Sie strukturieren unseren Körper in allen drei Ebenen, grenzen Organe gegeneinander ab und verbinden sie gleichzeitig, ermöglichen als Gleitflächen weitgehende Beweglichkeit und verhindern doch, dass sich Organe von einander entfernen. Sie begleiten Blut- und Lymphgefäße zu den Organen und schützen sie gleichzeitig gegen unphysiologischen Druck oder Zug. Nervenbahnen finden ihren Weg durch Faszien und werden von ihnen geschützt und abgegrenzt. Faszien geben unseren Muskeln Halt und Tonus und verbinden sie mit dem übrigen Bewegungsapparat, so dass unsere gesamte Körperhaltung letztendlich Ausdruck unserer faszialen Spannungen ist. Aufgrund ihrer spezifischen Physiologie können Faszien mechanische Energie absorbieren und so die Auswirkungen eines Traumas auf unsere empfindlicheren Gewebe gering halten.

Faszien spielen eine wichtige Rolle bei unserer körpereigenen Abwehr: sie unterteilen unseren Körper in Kompartimente und behindern so wesentlich die rasche Ausbreitung von Krankheitserregern, bilden gleichzeitig Leitstrukturen für Histiozyten (Gewebsfresszellen), die so den Weg zur geschädigten Region finden. Jede Entzündung spielt sich im perivaskulären Bindegewebe ab.


Theorie

  1. Funktion. u. spez. Anatomie: Aufbau, Horiz. Diaphragmen, Längsachsen
  2. Physiologie / Funktion (4 P’s): Protection (= Schutz), Posture (= Form), Packaging (= Verpackung), Passageways (= Durchgänge)
  3. Pathologie / fasziale Symptomatik

Fasziale Diagnostik

  1. Einleitung
  2. Sichtbefund (TART): Tenderness (Empfindl. des Gewebes), Asymmetrie, Range of Motion (Hypo- oder Hypermobilität), Tissue texture abnormal
  3. Zink-Test (kompensierte / nicht-kompensierte Spannungsmuster)
  4. Passive Tests (Listening): global, regional
  5. Aktive Tests

Fasziale Therapie

  1. Prinzipien (direkt, indirekt, kombiniert)
    Direkte Techniken: Myofaszial Release, Recoil, Rhythm. Dehnung, MET
    Indirekte Techniken: Unwinding, Strain-Counterstrain

Segmentale myofasziale Techniken

  1. Halsfaszien (superficialis / media / profunda), Fascia clavipectoralis, Fascia axillaris, Fascia subscapularis, Fascia praesacralis, Fascia poplitea, Aponeurosis plantaris, obere Extremität, untere Extremität

Globale u. historische Faszientechniken

  1. 3 Diaphragmen nach Fryman
  2. Neidner
    Rückenlage: Thorakaler Einlass, li. Schulter, Thorakoabdom., Becken, li. Bein
    Bauchlage: Schultergürtel, rechter Arm, TLÜ, Becken, Sakrum, re. Bein
  3. Bowstring: Fascia masseterica, Fascia submandibularis, Fascia cervicalis superficialis, Sternum unwinding, Lig. triangulare sinistrum, Lig. teres hepatis, Linea alba, Umbilicale Entspannung, Fascia praesacralis, Beckenboden, Traktus iliotibialis, Membrana interossea

Kursdaten:

28.02. – 03.03.2013 (WARTELISTE)

oder

20.06. – 23.06.2013 (BELEGT!)

oder

04.07. - 07.07.2013 (BELEGT!)

Kursbeginn:

Donnerstag, 9:00 Uhr

Kursort:

Köln



Referent:

Johan Van Gorp Osteopath D.O.

Kursgebühr:

370 Euro

Adressaten:

PT, Ärzte, Heilpraktiker